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CDA Marl bekommt hohen Zeitungsbesuch
04. Februar 2012
Hans Peter Schipper, Uwe Göddenhenrich, Karl-Heinz Hanfler, Anke Ronge, Jens-Peter Schmidt u. Karl-Heinz Dargel
CDA-Sprechstunde in Marl bekommt Besuch von der Berlin Redaktion der Sozialen Ordnung, einer Zeitschrift für CDA-ler in Deutschland
Vom Bunker zum Bürgerzentrum:
Ein Besuch im Marler Hans-Katzer-Haus
Ein Weltkriegs-Bunker ist eigentlich kein typischer Ort für ein Bürgerzentrum. Die CDU im westfälischen Marl hat das nicht gestört: Dort strömen jede Woche Hunderte in einen oberirdischen Bunker, den engagierte Christdemokraten seit 2000 als soziale Begegnungsstätte zu neuem Leben erweckt haben. Ein Besuch der Sozialen Ordnung (SO) im Hans-Katzer-Haus.
An diesem Spätnachmittag im Dezember ist nicht mehr viel los. Nur noch spärlich fällt Licht in die drei Etagen im Lipper Weg 78. Ein süßlicher, jungen Eltern wohlbekannter Geruch wabert durch den langen Flur im ersten Stock. „Muss wohl von der Mutter-Kind-Gruppe kommen“, sagt Karl-Heinz Dargel und lächelt dabei. Dargel ist der Mentor und gute Geist des Bürgerzentrums im Marler Stadtteil Drewer. Unter seiner Regie haben viele soziale Initiativen im Hans-Katzer-Haus eine Heimat
gefunden: Selbsthilfegruppen, Seniorenstammtische, die AIDS-Beratung, ein Mini-Club, Trauergruppen, die Minsk-Hilfe, Nachhilfe-Angebote.
„Das ist ein echtes Bürgerhaus“
Die Räume im Obergeschoss sind fest an Vereine vermietet. Die anderen Zimmer sind in Mehrfachnutzung: Verschiedene Gruppen teilen sich die Räume. Seit neuestem sorgt ein Außenaufzug für barrierefreien Zugang zu den oberen Etagen. „Bisher war nur das Erdgeschoss rollstuhlgerecht“, erläutert Dargel. Alles wird ehrenamtlich organisiert. Für den bodenständigen Marler ist das Ehrensache. „Das ist schließlich ein echtes Bürgerhaus“. Vor zwei Jahren hat Dargel das Bundesverdienstkreuz erhalten. Schon lange engagiert er sich auch politisch, aktuell als Vorsitzender der örtlichen CDU-Stadtratsfraktion. Mit der CDU hat er sich 1999 auf das Abenteuer „Bunker-zu-Bürgerzentrum“ eingelassen.
Was hat die Marler Christdemokraten nur dazu getrieben, einen bombensicheren und dunklen 1.000 Quadratmeter-Klotz zu erwerben und ihn zu einer Anlaufstelle für soziales Engagement zu machen? „Das war die Idee unseres Ehrenvorsitzenden. Der war immer für etwas Verrücktes gut“, erinnert sich Ratsmitglied Hans-Peter Schipper. Benannt wurde der Ort der Begegnung nach Hans-Katzer, dem ehemaligen Arbeitsminister und CDA-Bundesvorsitzenden. Die CDU unterhält dort ein Bürgerbüro, einmal in der Woche treffen sich Mitglieder dort zum Stammtisch.
Die CDA bietet eine Sozialberatung an
Eine soziales Bürgerzentrum – da darf die CDA nicht fehlen. Seit zwei Jahren beraten zwei CDA-Kollegen im Hans-Katzer-Haus kostenlos und ehrenamtlich ratsuchende Bürgerinnen und Bürger in sozialrechtlichen Fragen. „Kündigungen, Probleme bei Hartz IV, Mietsachen: Eigentlich einmal quer durchs Sozial- und Arbeitsrecht“ reichten die Fälle, erläutert Jens-Peter Schmidt, der in Herne als Rechtsanwalt niedergelassen ist. Alle 14 Tage wechselt er sich mit Anwalt Karl-Heinz Hanfler ab. Jeweils montags veröffentlicht die Lokalzeitung eine kurze Meldung über die CDA-Sprechstunde. Bis Freitagmittag kann man sich telefonisch oder persönlich im CDU-Büro im Hans-Katzer-Haus anmelden.
Am Freitag um 17.00 Uhr öffnet sich dann die Tür zum kleinen Beratungszimmer – wenn denn Anmeldungen vorliegen. „Manchmal kommt keiner, manchmal kommen drei auf einmal“, so Hanfler über die schwankende Resonanz.
„Der Ratsuchende ist der Gewinner“, findet das CDU-Ratsmitglied. Gerade diejenigen, die keine Rechtsschutzversicherung hätten, seien für die Hilfe dankbar. Viele wüssten nicht, dass ihnen Prozesskostenhilfe zusteht. Das gelte vor allem für sozial Bedürftige, von denen es in Marl nicht wenige gibt.
Anke Ronge lobt das Engagement der CDA im Hans-Katzer-Haus. Überhaupt habe die CDA in Marl einen guten Ruf. Einen Grund dafür meint sie zu
kennen: „Das hat natürlich viel mit Uwe zu tun“.
Das Marler Konzept macht Schule
Uwe, das ist Uwe Göddenhenrich. Der Marler CDA-Vorsitzende hat eine schlagkräftige Truppe aufgebaut. Die Idee der Sozialsprechstunde findet er nahe liegend: „Wir haben eben Kollegen mit Kompetenz in Arbeits- und Sozialrecht. Das hilft uns als CDA sehr“. Der Stadtverband wachse: „Uns macht die Beratung einfach bekannter.“ Göddenhenrich freut sich sichtlich darüber, dass weitere CDA-Verbände im Ruhrgebiet nachziehen wollen. So gibt es in Bochum und Herne Überlegungen, das Marler Konzept zu übernehmen. Auch in Marl habe sich die Beratung noch nicht bis zum Letzten herumgesprochen. Das solle sich natürlich ändern, erzählt Göddenhenrich beim Verlassen des Hans-Katzer-Hauses. Es liegt nun wieder still da, in einer Seitenstraße, mitten im Wohngebiet. Schon am nächsten Morgen wird es wieder bevölkert sein, von Jung und Alt. Gott sei Dank als Bürgerzentrum, nicht als Bunker.
Vom Bunker zum Bürgerzentrum:
Ein Besuch im Marler Hans-Katzer-Haus
Ein Weltkriegs-Bunker ist eigentlich kein typischer Ort für ein Bürgerzentrum. Die CDU im westfälischen Marl hat das nicht gestört: Dort strömen jede Woche Hunderte in einen oberirdischen Bunker, den engagierte Christdemokraten seit 2000 als soziale Begegnungsstätte zu neuem Leben erweckt haben. Ein Besuch der Sozialen Ordnung (SO) im Hans-Katzer-Haus.
An diesem Spätnachmittag im Dezember ist nicht mehr viel los. Nur noch spärlich fällt Licht in die drei Etagen im Lipper Weg 78. Ein süßlicher, jungen Eltern wohlbekannter Geruch wabert durch den langen Flur im ersten Stock. „Muss wohl von der Mutter-Kind-Gruppe kommen“, sagt Karl-Heinz Dargel und lächelt dabei. Dargel ist der Mentor und gute Geist des Bürgerzentrums im Marler Stadtteil Drewer. Unter seiner Regie haben viele soziale Initiativen im Hans-Katzer-Haus eine Heimat
gefunden: Selbsthilfegruppen, Seniorenstammtische, die AIDS-Beratung, ein Mini-Club, Trauergruppen, die Minsk-Hilfe, Nachhilfe-Angebote.
„Das ist ein echtes Bürgerhaus“
Die Räume im Obergeschoss sind fest an Vereine vermietet. Die anderen Zimmer sind in Mehrfachnutzung: Verschiedene Gruppen teilen sich die Räume. Seit neuestem sorgt ein Außenaufzug für barrierefreien Zugang zu den oberen Etagen. „Bisher war nur das Erdgeschoss rollstuhlgerecht“, erläutert Dargel. Alles wird ehrenamtlich organisiert. Für den bodenständigen Marler ist das Ehrensache. „Das ist schließlich ein echtes Bürgerhaus“. Vor zwei Jahren hat Dargel das Bundesverdienstkreuz erhalten. Schon lange engagiert er sich auch politisch, aktuell als Vorsitzender der örtlichen CDU-Stadtratsfraktion. Mit der CDU hat er sich 1999 auf das Abenteuer „Bunker-zu-Bürgerzentrum“ eingelassen.
Was hat die Marler Christdemokraten nur dazu getrieben, einen bombensicheren und dunklen 1.000 Quadratmeter-Klotz zu erwerben und ihn zu einer Anlaufstelle für soziales Engagement zu machen? „Das war die Idee unseres Ehrenvorsitzenden. Der war immer für etwas Verrücktes gut“, erinnert sich Ratsmitglied Hans-Peter Schipper. Benannt wurde der Ort der Begegnung nach Hans-Katzer, dem ehemaligen Arbeitsminister und CDA-Bundesvorsitzenden. Die CDU unterhält dort ein Bürgerbüro, einmal in der Woche treffen sich Mitglieder dort zum Stammtisch.
Die CDA bietet eine Sozialberatung an
Eine soziales Bürgerzentrum – da darf die CDA nicht fehlen. Seit zwei Jahren beraten zwei CDA-Kollegen im Hans-Katzer-Haus kostenlos und ehrenamtlich ratsuchende Bürgerinnen und Bürger in sozialrechtlichen Fragen. „Kündigungen, Probleme bei Hartz IV, Mietsachen: Eigentlich einmal quer durchs Sozial- und Arbeitsrecht“ reichten die Fälle, erläutert Jens-Peter Schmidt, der in Herne als Rechtsanwalt niedergelassen ist. Alle 14 Tage wechselt er sich mit Anwalt Karl-Heinz Hanfler ab. Jeweils montags veröffentlicht die Lokalzeitung eine kurze Meldung über die CDA-Sprechstunde. Bis Freitagmittag kann man sich telefonisch oder persönlich im CDU-Büro im Hans-Katzer-Haus anmelden.
Am Freitag um 17.00 Uhr öffnet sich dann die Tür zum kleinen Beratungszimmer – wenn denn Anmeldungen vorliegen. „Manchmal kommt keiner, manchmal kommen drei auf einmal“, so Hanfler über die schwankende Resonanz.
„Der Ratsuchende ist der Gewinner“, findet das CDU-Ratsmitglied. Gerade diejenigen, die keine Rechtsschutzversicherung hätten, seien für die Hilfe dankbar. Viele wüssten nicht, dass ihnen Prozesskostenhilfe zusteht. Das gelte vor allem für sozial Bedürftige, von denen es in Marl nicht wenige gibt.
Anke Ronge lobt das Engagement der CDA im Hans-Katzer-Haus. Überhaupt habe die CDA in Marl einen guten Ruf. Einen Grund dafür meint sie zu
kennen: „Das hat natürlich viel mit Uwe zu tun“.
Das Marler Konzept macht Schule
Uwe, das ist Uwe Göddenhenrich. Der Marler CDA-Vorsitzende hat eine schlagkräftige Truppe aufgebaut. Die Idee der Sozialsprechstunde findet er nahe liegend: „Wir haben eben Kollegen mit Kompetenz in Arbeits- und Sozialrecht. Das hilft uns als CDA sehr“. Der Stadtverband wachse: „Uns macht die Beratung einfach bekannter.“ Göddenhenrich freut sich sichtlich darüber, dass weitere CDA-Verbände im Ruhrgebiet nachziehen wollen. So gibt es in Bochum und Herne Überlegungen, das Marler Konzept zu übernehmen. Auch in Marl habe sich die Beratung noch nicht bis zum Letzten herumgesprochen. Das solle sich natürlich ändern, erzählt Göddenhenrich beim Verlassen des Hans-Katzer-Hauses. Es liegt nun wieder still da, in einer Seitenstraße, mitten im Wohngebiet. Schon am nächsten Morgen wird es wieder bevölkert sein, von Jung und Alt. Gott sei Dank als Bürgerzentrum, nicht als Bunker.





