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Zu den Leserbriefen über das Bohlen-Gelände

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Die Bohlen-Waldbrache in Sinsen
Am Beispiel der Diskussion um die Errichtung einer Wohnsiedlung auf dem Gelände der Bohlen Industrie GmbH ist wieder einmal exemplarisch die „Marler Krankheit" zu verfolgen! Je weniger Sachkenntnis vorhanden ist, desto lauter ist das Lamento! Da wird mit Unterstellungen, Vermutungen und Halbwahrheiten „argumentiert". So z.B., dass die Firma das Grundstück erworben habe und jetzt knallhart bedacht sei, aus schützeswertem Wald eine triste Wohnsiedlung zu machen. Da wird ein Industriewald und Altstandort einer Sprengstofffabrik zum ökologischen Kleinod hochstilisiert!

Da wird ein aus städtebaulicher Sicht idealer Standort mit fußläufiger Bahnhofsanbindung, an der Haard gelegen, schlechtgeredet, weil dafür Bäume gefällt werden müssen. Immer wenn in Marl auch nur ein Baum gefällt werden soll, wird so getan, als verkomme die Stadt binnen Kurzem zu einer baumlosen Einöde! Wer sich die Mühe macht, auf eine der Halden zu klettern, wird die Stadt von lauter Bäumen nicht sehen! Da wird so getan, als verlöre die Hunderte Hektar große Haard, ihr wichtigstes Biotop! Dass im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatz-Maßnahmen in ökologisch sinnvoller Lage Wald neu aufgeforstet wird, wird ebenso ignoriert, wie, dass auf diesem Gelände ein Investor bereit ist, viel Geld in die Hand zu nehmen, um für Neubürger preiswerten und ansprechenden Wohnraum zu schaffen, während es an anderer Stelle in der Stadt seit Jahren nicht gelingt, bebaubare Flächen auch wirklich zu bebauen!

Im Übrigen würden wir noch heute in Bärenfellen gewandet als Jäger und Sammler durch die norddeutsche Tiefebene ziehen und in Höhlen leben, wenn unsere Vorfahren so gedacht hätten, wie viele in Marl vorgeben zu denken! Denn zum Anlegen von Feldern und Weiden und zum Errichten von Häusern haben unsere Vorfahren viele Bäume gefällt! Und dennoch sind ein Drittel unseres Landes immer noch mit Wald bestanden!

Dr. Ulrich Otto,
Stadtentwicklungspolitischer Sprecher der CDU Marl


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