Zum Leserbrief von Herrn Langmann „ Folgt bald die Umbennung in Bohlen Stadt?“
26. Juni 2009
Wenn es Herrn Langmann in seiner Stellungnahme nicht um „mehr oder weniger Bäume" sondern um Kultur geht, dann sollte er mit gutem Beispiel vorangehen und nicht versuchen eine nur durch Polemik und Unsachlichkeit beherrschte Stimmung in der Öffentlichkeit verbreiten.
Stadtplanung an der Demokratie vorbei kann ich nicht erkennen. Nur der Rat der Stadt Marl entscheidet in seiner durch die Bürgerinnen und Bürger demokratisch gewählten Zusammensetzung über die Aufstellung und den Inhalt eines Bebauungsplanes.
Der Wert der Grundstücke wird sich durch den Beschluss des Rates nicht „Verzehntausendfachen".
Nach Abzug der Erschließungskosten wird der Wert des Grundstücks sich verzehnfachen, das ist auch erforderlich, damit Banken Kredite zur Finanzierung der Investition gewähren, die mit der Eintragung einer Grundschuld verbunden sind. Nur so funktionieren Wirtschaftskreisläufe zur Sicherung von Arbeitsplätzen.
Von „Geldgier mancher Zeitgenossen" und „Stadtplanung mit dem Geldsäckel" zu berichten, ist eine bösartige Unterstellung und Rufmord.
Tatsache ist, dass 260 Wohneinheiten für 800 Bürgerinnen und Bürger errichtet werden sollen mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 57 Mio. EUR. Für die Allgemeinheit werden durch Steueraufkommen und Zahlungen an Sozialleistungen eine Summe von mehr als 25 Mio. EUR anfallen.
Im Demografiebericht der Stadt Marl (S. 147) wird in Sinsen über einen recht hohen Anteil junger Erwachsener in der Familiengründungsphase berichtet; das Verhältnis zwischen Geburten - und Sterbefällen liegt bei 1,03 -im gesamten Stadtgebiet im Mittel bei 1,49. In Sinsen besteht das Potential den Verlust von Einwohnern aufzuhalten, weil ein attraktives Wohngebiet in günstiger Verkehrslage mit Nähe zum Naherholungsgebiet Haard entstehen kann, das auch angenommen wird. Schule, Sportstätten und Kindergarten sind vorhanden, wenn sie nicht abgerissen werden.
Für den Eingriff in Natur und Landschaft wird dauerhaft ein 3 fach höher Ausgleich geschaffen.
Diesen Ausgleich hat es bei der Baumfällaktion im Naturschutzgebiet „Die Burg " im Zuge des Weiterbetriebes des Flugplatz Loemühle nicht gegeben- auch nicht den volkswirtschaftlichen Nutzen.
Wilhelm Schütte-Nütgen






