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30.06.2017, 22:26 Uhr

Die Bibliothek als Kern des sozialen Rathauses

CDU plädiert für Konzentration der Kultur in der City / Gründung eines Kulturverbandes

Im Februar mussten sich Verwaltung und Politik beim Kulturdialog der CDU einiges anhören, was es in Marl im Kulturbereich zu verbessern gilt. Die Christdemokraten griffen diese Kritik auf und präsentierten nun ihre Lösungsansätze auf einem Kulturparteitag im Marler Erzschacht.

Dass in allen Überlegungen, wie sich die haupt- und ehrenamtliche Kulturarbeit in Marl zukünftig aufstellen sollte, die Rathaussanierung ausschlaggebend ist, wurde schnell deutlich. Der Umzug des Skulpturenmuseums aus dem Rathaus in die alte Hauptschule an der Kampstraße wird seit langem von der Marler CDU begrüßt. Mittlerweile findet diese Idee auch bei den Kulturschaffenden und der Stadtverwaltung in Marl Anklang. In das alte Skulpturenmuseum könnten Angebote des „sozialen Rathauses“, mit dem die Stadt um Fördergelder wirbt, einziehen. Doch was soll Kern des „sozialen Rathauses“ sein?

Die CDU hat hier klare Überlegungen angestellt und bezieht andere Kultureinrichtungen in der Marler City mit ein. Kern des „sozialen Rathauses“ sollen Spieliothek, Stadtbibliothek und ein Bibliothekscafé mit Außenbereich sein, mit dem sich auch die Aufenthaltsqualität am Creiler Platz verbessern soll. Um den Institutionen ausreichenden Raum zu geben, soll die Fensterfront des Glaskastens bis an die Außenbereiche der Überstände Richtung Creiler Platz vorgezogen werden. Dieser Gedanke seit mit dem Denkmalschutz vereinbar, wie die Stadtverwaltung der CDU Fraktion bestätigte.

Eine Forderung aus dem Kulturdialog war auch die nach mehr Räumlichkeiten, die von Ehrenamtlichen angemietet werden können. Um dieser Bitte Rechnung zu tragen, schlägt die CDU eine Neukonzeption des Sitzungstraktes vor, bei der sie selbst (wie die SPD) auf einen eigenen Besprechungsraum zu Gunsten von anmietbaren Multifunktionsräumen verzichten würde. In die Neuordnung sollten auch die Büros der Beigeordneten und des Bürgermeisters mit einbezogen werden, um am Ende vier bis fünf technisch mit Beamer und W-Lan ausgestattete Räume zur Verfügung zu stellen.

Die Neunutzung des Glaskastens mit Spieliothek und Stadtbibliothek wirft die Frage auf, was mit der VHS am alten Standort geschehen soll. Die CDU plädiert hier für einen gemeinsamen Umzug mit dem Skulpturenmuseums in die alte Hauptschule an der Kampstraße, die nun #Marschall66 heißt. Die Verwaltung schlägt hierbei bereits die Nutzung der Sporthalle vor, in die eine zweite Decke eingezogen werden könnte. Hier könnten Lesesäle der VHS untergebracht werden.

Was kann die Stadt tun, um die ehrenamtlich Kulturschaffenden in Marl zu unterstützen? Mit dieser Frage hat sich die CDU intensiv beschäftigt und verschiedene Vorschläge unterbreitet. Angefangen über eine bessere Darstellung der Arbeit im Netz, einem nutzerfreundlichen Veranstaltungskalender über eine attraktive Entgeltordnung bis hin zu einer besseren Bewerbung der ehrenamtlichen Veranstaltungen zum Beispiel durch Aufnahme in das Theater Programm oder Einführung einer Kultur-App. Vieles kann getan werden, um die ehrenamtliche Arbeit zu unterstützen. Um beispielsweise einen Überblick im Bürokratiedschungel zu behalten, wenn es um die Organisation von Veranstaltungen geht, könnte aus Sicht der Marler CDU ein Kulturlotse helfen. Jemand der die Kulturschaffende an die Hand nimmt und die notwendigen Schritte zur Durchführung von Veranstaltungen aufzeigt.

Eins wurde im Erzschacht jedoch auch deutlich: Die Kulturschaffenden müssen sich besser vernetzen. Aus diesem Grund schlägt die CDU die Gründung eines Kulturverbandes vor, mit dem die ehrenamtlich Kulturschaffenden mit einer Stimme gegenüber der Stadt auftreten können.