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08.08.2017, 13:11 Uhr

Mit Schließung der Kreuzkirche keine Jugendarbeit in Sinsen

CDU unternimmt dritten Stadtteilspaziergang, diesmal durch Sinsen

Leerstehende Ladenlokale, eine geschlossene Kreuzkirche und Wohnbebauung im Ortsteil Sinsen - das waren die Schwerpunktthemen, denen sich die Teilnehmer des dritten Stadtteilspaziergangs der CDU Marl widmeten. Treffpunkt der Begehung war der in der Nähe des Marktplatzes aufgestellte Maibaum, den die örtliche CDU Sinsen vorschlug und gemeinsam mit den Sinsener Vereinen initiierte. Der Netto-Markt, für den die Sinsener Bürger lange kämpften, hat leider nicht verhindern können, dass um ihn herum mittlerweile drei Ladenlokale leer stehen. Ein Thema, mit dem sich die Christdemokraten an die städtische Wirtschaftsförderung wenden werden.

 

Vom Marktplatz ging es zur leerstehenden Kreuzkirche, deren Schließung noch heute die Gemüter erhitzt. Mittlerweile holt sich die Natur das zurück, was ihr vor Jahrzehnten genommen wurde. Wie bei den meisten leerstehenden Gebäuden, lässt Vandalismus, Müll und Unrat nicht lange auf sich warten. Das, was vor einem dreiviertel Jahr noch ein belebter Ort war, verkommt heute zusehends.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die denkmalgeschützte Kirche erste Sachbeschädigungen hinnehmen muss.

Viel schwerwiegender wiegt der Verlust der Kinder- und Jugendarbeit im Ortsteil Sinsen, der mit der Schließung der Kreuzkirche einherging. Gerade einmal 6 von 33 ehrenamtlichen Helfern sind mit zur Pauluskirche nach Hüls gewechselt. Angebote wie die Montagsmäuse wurden abgeschafft. Der Busverkehr zum Hot Hülsberg aufgrund zu geringer Nachfrage eingestellt. Alles eine absehbare Entwicklung, über deren Eintreten sich viele in ihren Befürchtungen bestätigt fühlen dürfen. Für die CDU ist klar, dass eine Kooperation von Stadt, Kirche und Ehrenamtlern in Sinsen das Gebot der Stunde sein sollte. Ein Vorbild gibt es bereits mit WiLLmA (Wohnen im LadenLokal mit Aktionen) der evangelische Freikirche in der Friedrichstraße in Hüls. „Wir wollen hierbei die Stadt in die Pflicht nehmen, die vor einem Jahr eine Unterstützung mit wenigen hundert Euro pro Monat in Aussicht stellte“, so der Stadtverbandsvorsitzende Thomas Terhorst. Diese könnten reichen, um z.B. ein Ladenlokal in der Holunderstraße oder am Marktplatz anzumieten, um dort Jugendarbeit anzubieten.

Insbesondere könnte diese Variante dann zum Tragen kommen, wenn sich die geplante Entwicklung des Geländes an der Kreuzkirche verzögern oder zerschlagen sollte.

Von der Kreuzkirche machten die Teilnehmer einen längeren Spaziergang zur Bebauung der ehem. Haardschule. Karl Beste, Vorstandsmitglied der Rudimo, erläuterte die geplante Wohnbebauung und wies auf die hohe Nachfrage mit teilweise zehn Bewerbern für ein Grundstück hin.

Da passte es nur allzu gut, dass als nächstes an der Ecke Bahnhofstraße/ Halterner Straße gegenüber dem sog. „Bohlen-Gelände“ Halt gemacht wurde. Das Gebiet war in der vergangenen Ratsperiode für die Wohnbebauung im Gespräch. Ginge es nach der CDU sollte hierüber wieder diskutiert werden.

„Marl ist traditionell eine Einpendler-Stadt. Mit der Metro, Arvato und gate.ruhr entstehen einige tausend Arbeitsplätze in unserer Stadt. Nicht nur aus diesem Grund bekennen wir uns zur Entwicklung weiterer, auch hochwertiger Wohngebiete in Marl“, so Terhorst.

Zum Abschluss der Begehung machten die Teilnehmer noch einen Abstecher zur Bahnunterführung, die nun künstlerisch verschönert wird, und ließen die Aktion vor Ort bei Teresa Watermanns Eisdiele „Via Roma“ ausklingen.