Pressespiegel

07.01.2017, 09:44 Uhr

Umsetzung von Ideen braucht Personal

Christdemokraten fordern mehr Ausbildung und Qualifizierung

MARL. (-gge) Seit einem guten halben Jahr ist Thomas Terhorst (30) Vorsitzender der Marler CDU. Die Wunden, die der nicht ganz freiwillige Rückzug seines Vorgängers Uwe Göddenhenrich innerhalb der Partei geschlagen hat, sind noch nicht ganz verheilt. Terhorst hat seit dem Sommer die Ortsverbände besucht und für sich und seine Vorstellungen geworben. Zu 90 Prozent sei er an der Basis angekommen, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion.

Thomas Terhorst (Stadtverbandsvorsitzender), Karl-Heinz Dragel (Fraktionsvorsitzender)

Die Zusammenarbeit im Vorstand, der sich ebenfalls in Teilen neu gebildet hat, sei sehr gut. Im ersten Quartal dieses Jahres stehen bei den Christdemokraten jetzt turnusgemäß Neuwahlen zum Vorstand an. Dann will sich Terhorst offiziell der Basis zur Wahl stellen. Der Termin für den Wahlparteitag steht allerdings noch nicht fest. Terhorst: „Es gibt Fristen.“

Geplant ist für dieses Jahr zudem ein kulturpolitischer Parteitag. Auch wenn die internen Querelen Inhalte oft überlagert hätten, verweist der Fraktionsvorsitzende und Vorsitzende des Kulturausschusses, Karl-Heinz Dargel, nicht nur auf die jahrelange Zusammenarbeit im Rat in Sachen Haushalt. Es gebe Themen, „die die CDU gesetzt hat“: von der Ortsumgehung in Alt-Marl über die Vorrangzonen für Windräder bis zur Kultur. Hier sehen die Christdemokraten in der inhaltlichen Verknüpfung von Haupt- und Ehrenamt auch einen Schwerpunkt der Stadtentwicklung.

Dargel: „Es geht nicht nur um die Zukunft des Skulpturenmuseums.“ Hier sei die CDU von Anbeginn auf der Seite derer gewesen, die einen Umzug des „Glaskastens“ in das Gebäude der ehemaligen Hauptschule an der Kamp-straße als eine Perspektive für die Weiterentwicklung des Museums begrüßen. Dargel: „Natürlich muss der Umzug finanziell darstellbar sein.“

Die jetzigen Räume des Glaskastens unter dem Sitzungstrakt bieten nach Meinung von Terhorst und Dargel Möglichkeiten für Gastronomie, Kinderbetreuung oder was auch immer im Zusammenhang mit dem „sozialen Rathaus“. Mit diesem Arbeitstitel erhofft sich die Stadt bekanntlich eine erkleckliche Förderung des Landes bei der notwendigen Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes. Terhorst: „Jetzt ist Kreativität gefragt.“

Kreativität ist ein Begriff, den der neue CDU-Vorsitzende gerne nutzt, wenn es darum geht, die Stadt nach vorne zu bringen. Dass das Förderprojekt „Innovation City“ an Marl vorbeigegangen ist und Millionen Fördergelder für Zukunftsprojekte in Nachbarstädte wie Bottrop fließen, tut dem Manager der Gelsenwasser AG weh. Die Themen Klimawandel und erneuerbare Energien ließen sich nicht reduzieren auf den Bau von Windrädern. Terhorst: „Die Stadt Gelsenkirchen hat ein Solarkataster.“

Die CDU will sich nicht mehr damit zufriedengeben, dass wichtige Bereiche durch Personalengpässe in der Verwaltung liegen bleiben. Damit die Verwaltung als Arbeitgeber mit der Privatwirtschaft konkurrieren könne, müsse mehr dafür getan werden, dass sich die Mitarbeiter wohlfühlen, betont Terhorst.

Mit Blick etwa auf die Evonik denkt Terhorst an betriebliche Gesundheitsförderung. „Was spricht gegen eine Zusammenarbeit der Verwaltung mit einem Fitnessstudio?“ Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf lasse sich durch die Bereitstellung von Kita-Plätzen für Stadtmitarbeiter unterstützen. Grundsätzlich plädiert die CDU für mehr Ausbildungsplätze und die Zusammenarbeit mit Hochschulen bei der beruflichen Qualifizierung .

 

Am Sonntag, 9. Januar, findet ab 11 Uhr der Neujahrsempfang der CDU im Rathaus statt. Gastredner ist der ehemalige Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestags, Wolfgang Bosbach, MdB.